Roma-Ostia Halbmarathon 2019 Erfahrungsbericht

Roma-Ostia Halbmarathon 2019 Erfahrungsbericht

Mitten in der Vorbereitung zum Paris Marathon 2019 im April sind einige Wettkämpfe zur sportlichen Orientierung natürlich nicht schlecht und genau wie letztes Jahr wollte ich auf Italien italienischem Boden meine Skills auf der Strecke testen. Der Roma-Ostia Halbmarathon in Rom bot im März beste Bedingungen für einen perfekten Lauf. Es war zur Frühlingszeit kühl, aber angenehm vom Laufwetter und die Strecke war schnell, hatte kaum Kurven und da konnte man einfach geradeaus durchsprinten. Welche Erfahrungen ich gemacht habe, erfahrt ihr hier im Reisebericht.

Anmeldung zum Halbmarathon – medizinischer Check & Runcard Bestimmungen

Bei Anmeldungen für sportliche Laufveranstaltungen in Italien oder Frankreich sind für ausländischen Teilnehmer noch einige zusätzliche Hürden zu beachten, wenn man sich für Halbmarathon und längeren Distanzen sich anmeldet. Eine ärztliche Bestätigung ist Pflicht. Den in Italien sind Anforderungen ein wenig strenger. In diesem Zertifikat, das die Veranstalter an die Teilnehmer schicken, sind genaue Checks wie EKG Tests, Spirografie sowie Urinproben dringend nötig. So ein Zertifikat kann schließlich euch ein Allgemeinarzt oder Sportart erstellen. Das Ablaufdatum kann hierbei auch festgelegt werden. Für gewöhnlich sind die Zertifikate ein Jahr gültig. In meinem Fall kostete das Zertifikat 80 Euro. Es wurde schon letztes Jahr erstellt und hat noch seine Gültigkeit. Deswegen kann ich es für den Roma-Ostia Halbmarathon sowie für den anstehenden Marathon in Paris hernehmen.

Die Anmeldung erfolgt ganz normal über die Webseite. Sobald man sich angemeldet hat, braucht man eine Mitgliedschaft mit einer Runcard, die eine Gültigkeit von 12 Monaten hat. Unter http://www.runcard.com/english meldet man sich an, lädt das Zertifikat hoch und erhält dann wenig später die Bestätigung mit der Bib Nummer. Hört sich beim ersten Mal komplizierter an als es ist. Doch wenn man das mal gemacht hat, ist es ganz easy. Die Teilnahme am Rom-Ostia kostet ca. 40 Euro. Das ist bei so einer Großveranstaltung mit über 10000 Teilnehmern ein fairer Preis.

Hier ist nochmal eine kleine Checklist für die Anmeldung:

Der Tag vor dem Laufduell – Besuch der Messe
Am Tag vor dem Lauf kam ich in Rom an und die erste Station, die anpeilte, war die Expo unter der Adresse

SALONE DELLE FONTANE
Via Ciro il Grande 10/12
00144 Roma

Sie liegt in der Nähe der Laufstrecke und war mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ohne große Probleme erreichbar. An diesem Tag wurden die Startunterlagen abgeholt. Damit das alles reibungslos verlief, sollten die Läufer ihre ausgedruckten Bestätigungsmails mitnehmen. Alternativ kann man sich so eine Bestätigung auch erstellen lassen. Bib Nummer und Ausweis genügen. Die Nummer mit Chip holte ich ab sowie mein cooles Laufshirt und zudem sorgte ich mit einigen Sportgels und Riegeln für die passende Verpflegung. Das ist bei längeren Strecken fast schon Pflicht. Bei den Unterlagen solltet ihr auch unbedingt prüfen, ob die Stecknadeln auch enthalten sind. In meinem Fall fehlten sie und solche Unannehmlichkeiten sollte man beim Lauf vermeiden.

Roma-Ostia Lauf – der Spaß beginnt

Endlich geht’s los. Die Tage vor dem Lauf waren schon von einigen bürokratischen Hürden geprägt. Aber so ein Lauf ist für die Läufer eine großartige Erfahrung. Gerade im Spitzenfeld haben wir es mit Athleten zu tun, die diese Strecke in unter 1 Stunde laufen können.

Vor dem Lauf

Die Rennstrecke befindet sich im Südwesten von Rom und führt nach Lido di Ostia, einem quartier im Südwesten von Rom. Das ist ein größtenteils gerader Streckenverlauf mit einigen Steigungen und viel Platz zum Durchsprinten. Von daher ist es kein Wunder, dass sich die meisten Läufer hier schon vor dem Start sich ordentlich warmlaufen und mithilfe von Fitness Instructors sich fithalten. Die farblich markierten Taschen geben die Läufer bei den Lieferwägen ab, die später nach Ostia gefahren werden. Es ist alles gut organisiert, wirkt vor dem Start aber ein wenig unspektakulär, was Motivation und Partylaune angeht. Doch dafür ist der folgende Lauf eine richtige Party.

Der Startschuss fällt

In mehreren Zeitabständen starten die Läufer ins Geschehen und es ging endlich los. Der erste Kilometer stellt immer so eine kleine Einrollphase ins Geschehen. Während ich früher immer Mit Vollgas startete, ließ ich es diesmal mit einer langsameren 4:xx min/km einen Tick ruhiger angehen, bevor es im späteren Verlauf etwas schneller geht. Das heutige Trainingsziel war, die Durchschnittsgeschwindigkeit konstant zu halten, mit kontrolliertem Puls die Strecke zu laufen und eine saubere Lauftechnik an den Tag zu bringen. Auch beim Laufen gilt für mich der besondere Fokus auf die Lauftechnik.

Der Lauf in den ersten Kilometern verläuft an der Via Christorfo Colombo vorbei am Lago dell‘EUR. Mit einer Linkskurve in die Viale Euro entlang der schönen Parkanlage mit dem Lago dell’EUR, den ich euch für die wärmeren Sommertage zum Abhängen sehr empfehle, wenn ihr ein ruhiges Plätzchen zum Entspannen sucht. Für mich war an dem Tag aber nichts mit Entspannung. Nach einer kleinen Einrollphase in den Anfangsminuten legte ich wieder einen Zahn zu, also es auf die Via Christofordo Colombo ging. Die Straße verbindet Rom mit dem Ort Ostia und ab Kilometer 4 ginge es nur noch geradeaus Richtung Ziel.

Gleichmäßiger Lauf, konstantes Tempo

Klingt komisch! Aber während des Laufs war ich mit dem Gedanken schon an meinem ersten Marathon. Wie schnell sollte meine Pace sein, damit ich am Ende nicht völlig k.o. schon ab Kilometer 33 wieder herumtrabe. Dieser Lauf verlief ein wenig anders als sonst. Die Zielherzfrequenz (bei mir 156 bpm) lag im Sollbereich, die Muskeln wurden kaum müde und die Zeit für die kleine Versorgung an den Wasserständen wurde auch effizient genutzt. Einige Schlaglöcher auf der Straße und Unebenheiten brachten mich allerdings aus dem Laufrhythmus als ich ein wenig drüber stolperte. Die Stimmung war allgemein einfach klasse und voller Freude und Enthusiasmus.

Der Lauf endete schließlich nach einem Geschwindigkeitsschub mit einem Ergebnis von rund 1:40h, was zwar nicht meine Bestzeit beim Halbmarathon ist. Aber hinsichtlich der Lauftechnik und der kontrollierten Geschwindigkeit habe ich kleine Fortschritte gemacht. Und die Performance kommt nochmal mit einer schnelleren Pace, die mit zunehmendem Training noch kommt. Als Groborientierung für die künftigen Herausforderungen war der Lauf aber eine wertvolle Erfahrung.

Fazit vom Lauf

Die Sieger vom Lauf sind bei den Herren Adola Guye aus Äthiopien mit einer Zeit von 1:00:17 und und Salpeter Chemtai Lontah mit einer Zeit von 1:06:40. Diese Strecke ist für seine schnellen Zeiten bekannt.  Einfach der Wahnsinn!

Wer schnelle Läufe liebt und sich gern mit anderen misst, sollte unbedingt diese Strecke mal in Angriff nehmen. Zwar vermisse ich vor dem Start und nach dem Start ein wenig die Partystimmung. Aber der Lauf war ein tolles Erlebnis, den ich bestimmt nochmal angehen werde.

khoa

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