Wings for Life World Run Medaille

Wings for Life Word Run 2019 in München – mein Erfahrungsbericht

We run for those who can’t. Und natürlich bin ich auch diesmal beim Charity Lauf dabei, um meinen Beitrag für die Rückenmarksforschung zu leisten. Bereits zum vierten Mal hintereinander mach ich beim Wings for Life World Run mit und ich blicke mit Stolz auf meine bisherigen Laufperformances in den letzten Jahren zurück. Hätte mich vor drei Jahren einer gesagt, dass ich mal 30 km am Stück laufen würde, ich hätte ihn ausgelacht. Doch inzwischen ist diese Strecke eher mein Standardprogramm an ruhigen Wochenendtagen. Inzwischen habe ich eine gewisse Routine in meine Läufe gebracht, mit der ich lange Strecke problemlos laufen kann. Wie es beim Wings for Life Word Run 2019 in München gelaufen ist und welche Erfahrungen ich bislang von der Strecke in München gesammelt habe, erfahrt ihr hier.

Am Tag vor dem Lauf – Abholung der Startunterlagen im Olympiapark

Startnummer

Es fühlt sich wie die Ruhe vor dem Sturm an. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich gar nicht, was auf mich zukommen könnte. Ich wusste nur, dass ich dank meiner Laufskills etwas weiterlaufen werde als die knapp 20 Kilometer bei der Sommerhitze letztes Jahr. Ein Jahr später waren die Laufbedingungen ganz anders. Ausgerechnet am Lauftag sinken die Temperaturen auf einen deutlich niedrigeren Wert. Zwar wird es ein wenig nieseln. Dennoch sind das perfekte Verhältnisse für Läufer.

Die Startnummernausgabe erfolgt wie in den letzten Jahren im altehrwürdigen Olympiastadion. Neben dem Beutel erhält man hier ein sehr schönes Laufshirt, kostenlose Pasta und Getränke ohne Ende. Da greift man doch sehr gerne zu. Beim Blick über das Stadion schwelge ich noch ein wenig in Nostalgie, wenn ich zurückdenke an meinen waghalsigen Versuch, beim Marathon 2016 nur knapp 5 Monate nach dem ersten Wings for Life Lauf (rund 12km) zu laufen.

Life Word Run 2019 Tag – endlich geht’s los

Der Wings for Life stellt für mich seit dem ersten Mal eine besondere Herausforderung dar und lenkte mein Leben in eine bestimmte Richtung, in der Eigenschaften wie Zähigkeit, Durchhaltevermögen, Strategie und Geduld noch stärker in den Fokus rücken. Ich habe gelernt, nicht wie der Teufel gleich beim ersten Startschuss wie ein Verrückter zu sprinten, sondern fokussiere mein Ziel und lege mich auf die Pace fest. Schnelle ruckartige Sprints sind bei langen Läufen passé und auch die Energieverteilung erfolgt gewissenhafter, ohne dabei deutlich langsamer zu werden. Der Startplatz war dieses Jahr etwas weiter vorn. Da kann also nichts schief gehen.

Die ersten 10 Kilometer

Nach den Erfahrungen der letzten Jahre wusste ich genau: der erste Kilometer ist eine sehr langsame Einrollphase. Der kleine Stau am Anfang ist aber normal und wird auch kaum Einfluss auf die gesetzten Ziele haben, wenn man danach wieder in seine Pace reinläuft. Ich empfehle euch, mal sich an die Pace Keeper zu halten. Dann hat man ein besseres Gefühl für die Strecke. Nach dem ersten Kilometer gings dann wieder zurück in die gewohnte Pace Spur.

Es geht eine kleine Runde durch den Olympiapark weiter Richtung Stadtteil Moosach aus asphaltiertem Weg. Die ersten 10 Kilometer bei Langdistanzwettbewerben waren für mich immer besondere Einrollphasen gewesen. In diesem Stadium läuft der Körper auf Betriebstemperatur und da spürt man erst, ob es heute was wird oder nicht. Die 10 Kilometer liegen hinter mir und die Uhr stoppt bei rund 48 Minuten. Das ist zwar deutlich langsamer als das, was ich sonst laufe. Aber die Zielsetzung ist hier ganz anders als bei bisherigen Laufstrecken mit fixem Zeitpunkt.

Kilometer 11-20: Lauf durch das Umland

Jetzt beginnt für mich die Laufphase, wo es richtig Spaß. Bis Kilometer 15 bleibe ich noch bei meiner etwas langsameren 4:xx min/km Pace. Es geht langsam Richtung Umland stellenweise auf die A99 vorbei an Karlsfeld. Ab Kilometer gings dann richtig los. Ich wusste, dass ich die Zielbereiche ab Kilometer 27 nur erreichen kann, wenn das Tempo konstant bleibt und ich mental so gestärkt bin, dass ich keine Sekunde daran denke, runter vom Gas zu gehen. Bei Kilometer 20 laufen wir vorbei an Gröbenried. Dann kommt ein langer Weg, wo die Leute ordentlich durchsprinten können, wenn sie das Mindestziel eines Halbmarathons erreichen wollen. Die Zeit bei meinem Halbmarathon lag heute bei 1:41Stunden, was an sich okay ist. Aber schneller war ich auf der Strecke schon mal gewesen.

Kilometer 21-30 – Kraftreserven noch auspacken

Kilometer 21 war geschafft. Jetzt folgte das nächste Teilziel: Kilometer 25! Ich war noch fit und frisch und bewegte mich weiterhin mit der gleichen Pace durch die Landschaften im Umland. Das Wetter ist für den Lauf einfach perfekt. Keine Sommerhitze und Sonnenbrand wie vor einem Jahr, sondern ein kühler Sonntag Wolken und ehrgeizigen Läufern. Bei Kilometer 25 befinden wird uns im Nirgendwo zwei Kilometer vor dem Ort Feldgeding. Anders als bei früheren Distanzläufen lasse ich diesmal nicht nach, sondern erhöhe nochmal das Tempo ordentlich, um mein ursprüngliches Ziel von 27km zu erreichen. Als ich es endlich geschafft habe, war das Catcher Car noch weit weg. Deshalb gings noch ein Stückchen weiter, bis am Ende die 30km in Sichtweite war. Zwar habe ich die letzten 3km ein wenig herumgetrödelt.

30km beim Wings for Life World Run

Doc ich war stolz darauf, meine vorgenommene Pace eingehalten zu haben, obwohl es am Anfang ein wenig stockte.

Der Wings for Life in Zahlen

Es sind beeindruckende Zahlen, wenn man an den Lauf zurückdenkt. 120000 Läufer liefen rund 1 Million Kilometer. Die Sieger waren Ivan Motorin bei den Männern mit 64,3km und Nina Zarina 53,7 km. 3,5 Millionen Euro konnte für die Forschung gesammelt werden. Das sind wahrlich beeindruckende Zahlen und wir werden sehen, ob das beim nächsten Lauf noch weiter getoppt werden kann. Ich bin auf jeden Fall sehr stolz darauf, mit solch klasse Läufern zu laufen.

 

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