Marathon in 1:58:40 – so (übermenschlich) hart müsste das Training sein

Marathon in 1:58:40 – so (übermenschlich) hart müsste das Training sein

Am 12. Oktober war es dann soweit. Eliud Kipchoge lief die Marathonstrecke als erster Mensch überhaupt in einer Zeit von unter 2 Stunden. Die Uhr blieb bei 1:58:40 Stunden stehen. Dieser großartige Mensch, den ich als großes Idol bewundere, vollbrachte Unmögliches. Die Zeit wird nicht als Weltrekord gewertet, da die Wettkampfbedingungen mit anderen Gegnern fehlten und er mit wechselnden Tempomachern bei allerbesten Bedingungen lief. Doch auch ohne offizielle Wertung ist das eine herausragende Leistung und ein Beleg dafür, zu was der menschliche Körper fähig ist. Wenn ihr mich fragt, dann kann Eliud eines Tages auch bei einem offiziellen Marathonrennen die 2 Stunden Marke knacken.

Doch was ich mich frage: wie müsste ein Profi-Athlet trainieren, um nur im Ansatz an diese Zielzeit zu kommen. Ich habe einige Trainingspläne angeschaut und den Lauf vom 12.Oktober 2019 mal in anderen Laufvarianten umgewandelt. Und egal, auf welchen Trainingsplan oder Strategie ich verweise – die Vorbereitung darauf ist nicht immer möglich, weil die Zielzeiten im Training schwer erreichbar sind.

So lief Eliud Kipchoge die Strecke in Wien

Um einen Marathon in unter 2 Stunden zu laufen, muss die Pace über die gesamte Laufstrecke bei 2:49min/km liegen. Eliud lief seine Zeit exakt in dieser Pace im Schnitt. Umgewandelt auf km/h sind es 21,34 km/h. Würde er mit einem negativen Split an die Laufstrecke herangehen, wäre der erste Kilometer mit einer Pace von rund 2:57 min/km und die letzten Kilometer in 2:44 und 2:43min/km zu laufen. Allein diese Vorstellung, dauerhaft den Kilometer in unter 3 Minuten zu laufen ist komplett verrückt. Aber es gibt nur einige auserkorene Läufer wie Eliud, die das packen.

Auszug einiger Trainingspläne

Wenn man mit großem Ehrgeiz an die Marathonstrecke geht, braucht einen guten Trainingsplan. Ich habe mal einige Recherchen gemacht und einige interessante Pläne herausgepickt, die für euch ehrgeizigen Sportler bestimmt sind.

Übertragung der Zielzeit auf den Greif-Trainingsplan

Hier gibt’s in Excel den Greif Trainingsplan, den ich als sehr effizient ansehe. Wenn man die Zielzeit auf das Training überträgt, sähe euer Trainingsplan für die Woche folgendermaßen aus:

  • 15km in 3:04
  • 6×1 km mit je 2:24 min/km Intervall
  • Langer Lauf mit einem lockeren Tempo von 3:49
  • „langsamer“ Dauerlauf 15-20km in 4:04

Allein die Intervalltrainingszeit bewegen sich auf Weltrekordniveau. Schon mal mit 25 km/h beim Laufen gemessen! Sprinten müsste man wie ein Teufel und auch die Gene müssten dafür da sein.

Eliud Kipchoges Trainingsplan

Ausführliche Trainingspläne zu Eliud Kipchoge sind schwer zu finden. Aber hin und wieder veröffentlicht der Trainer einige Auszüge aus seinem Training. Wie nicht anders zu erwarten läuft Eliud das Intervall in einer etwas komfortableren Zeit. Aber das Training hat es auch in sich, wenn man den Plan hier auf https://www.hdsports.de/training/so-trainiert-eliud-kipchoge-fuer-die-ineos-1-59-marathon-challenge sich ansieht.

Vor allem auf der Bahn wechselt Eliud zwischen vorher festgelegten Zeiteinheiten zu bestimmten Trainingsblöcken, die sich im 2 Wochenrhythmus ändern. So stehen dann 15x1km in 2:50-2:55, 12x1200m in 3:24 -3:30 und 5x2km in 5:40-5:50. 800 Meter runden läuft er mal in 2:10 , 400 Meter Runden mal in 1:02.

Lange Tempoläufe (30-40km) mit seinem Team mit einer Pace von ca. 3:00-3:25min/km. Auf hügeligen Strecken kann es ein weniger ruhiger sein. In der Woche kann die Distanz eines Dauerlaufs zwischen 30 und 40km variieren.

Wie ihr sehen könnt, trainiert Eliud nicht mit der Brechstange und läuft seine Distanzen für seine Verhältnisse nicht in Weltrekord Tempo oder im übertriebenen Mega Sprint. Aber dafür trainiert er diszipliniert täglich in der Vorbereitung mit mehreren Einheiten. Nach einem 40m KM Lauf am Tag folgt am nächsten Tag schon ein Halbmarathon und am späteren Tagesverlauf nochmal ein leichter Lauf von 12km.

©sportograf.com

khoa

Halbmarathon- und Marathondistanzen sind meine Lieblingsdistanzen, die ich seit 2016 mit großer Leidenschaft laufe. Inzwischen trainiere ich seit über einem Jahr aktiv an meiner Performance und berichte hier gern über meine Lauffortschritte.

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